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Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

Immer mehr Paare entscheiden sich für eine Sterilisation des Mannes als dauerhafte Empfängnisverhütung bei abgeschlossener Kinderplanung. Weltweit haben sich ca. 40-60 Mio. Männer einem solchen Eingriff unterzogen.

Wir bieten die Vasektomie durch unsere Praxis als ambulante Operation in Allgemeinnarkose als Wunschleistung an.

Bei einer Sterilisation des Mannes werden in einem kleinen chirurgischen Eingriff die Samenleiter auf beiden Seiten durchtrennt.

Technik

Zunächst werden die Samenleiter auf beiden Seiten des Hodensackes aufgesucht. Die Haut wird beidseits mit einem kleinen Schnitt eröffnet und nach Abbinden des Samenleiters wird jeweils ein Stück zur pathologischen Begutachtung entnommen. Zur zusätzlichen Sicherheit werden die Enden der Samenleiter außerdem mit Strom verödet. Abschließend erfolgt die Hautnaht mit selbst resorbierbarem Nahtmaterial.

Nach der Operation

Die Durchtrennung der Samenleiter hat keinen Einfluss auf den Hormonhaushalt des Mannes und somit auch nicht auf Libido und Erektion. Spermien werden weiter im Hoden produziert, gelangen jedoch nicht mehr nach außen und werden wieder im Nebenhoden abgebaut, was für den Patienten nicht bemerkbar ist.
Der sterilisierte Mann hat auch weiterhin einen Samenerguss, da die Hauptmenge des Ejakulates das Sekret aus Prostata und Samenblasen ist. Der Anteil der Spermien im Ejakulat macht ca. 3-5% aus, so daß auch eine Verminderung der Ejakulatmenge nicht augenscheinlich wird.

Die Vasektomie zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden, die es gibt!
Der Pearl-Index ist mit 0,1 bis 0,15 sehr gering, vergleichbar mit dem der Pille für die Frau (0,3 bis 7).

In den Samenwegen befinden sich auch nach einer Vasektomie noch Spermien, welche eine Schwangerschaft auslösen können. Nach der Operation und abgeschlossener Wundheilung (ca. 1-2 Wochen) möchten wir Sie daher dazu ermutigen, die Samenwege zu „spülen“ (häufige Ejakulationen).
Zur Kontrolle der Spermienfreiheit des Ejakulates sind Ejakulatuntersuchungen zwingend erforderlich und werden in unserer Praxis durchgeführt. Erst wenn zwei Ejakulatproben nahezu frei von Spermien sind, können wir Ihnen die notwendige Sicherheit für den ungeschützen Verkehr attestieren.

Nebenwirkungen/Risiken

Der Eingriff ist insgesamt sehr nebenwirkungsarm. Dennoch müssen Sie ausreichend über mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt werden. Wir können hier nur auf einige Punkte eingehen, die ausführliche Aufklärung mit Beantwortung all Ihrer Fragen erfolgt vor dem Eingriff durch unsere Ärztin.

Bei jedem operativen Eingriff kann es zu Wundheilungsstörungen/überschießende Narbenbildung, Infektionen, Hämatome und Nachblutungen kommen, die ggf. eine erneute Operation erforderlich machen. Einige Tage nach dem Eingriff sind Schmerzen im OP-Bereich und Ziehen in den Leisten beidseits normal und können ggf. mit einem Schmerzmittel behandelt werden.

Selten kann es zur Ausbildung von Spermagranulomen kommen (knotige Ansammlungen von Spermien unterhalb der durchtrennten Stelle).
Sollten die gefäßversorgenden Strukturen der Hoden bei dem Eingriff verletzt werden, ist sehr selten auch ein Verlust des Hodens möglich.

Es ist möglich, das chronische Schmerzzustände auch dauerhaft bestehen können, was als Post-Vasektomie-Syndrom (PVS) bezeichnet wird und für den Patienten sehr störend sein kann. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt, eine Therapie ist schwierig und meist nur symptomatisch möglich.

Kann die OP erfolglos sein? Eine erneute Zeugungsfähigkeit kann nur dadurch auftreten, dass ein Samenleiter entweder nicht durchtrennt wurde oder dass die beiden Enden wieder zueinander gefunden haben und dadurch eine erneute Durchgängigkeit (Rekanalisation) gegeben ist. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt bei ca. 1/1000. Um den Nachweis der korrekt durchgeführten OP zu erbringen, lassen wir die entfernten Samenleiterstücke von einem Pathologen histologisch untersuchen und führen die postoperativen Ejakulatproben durch. Eine spontane Rekanalisation nach mehreren Monaten ist extremst selten, aber letztendlich gibt es keine 100% Sicherheit.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko (Nebenhodenentzündung) oder ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Prostatakrebs konnten in Studien NICHT bestätigt werden.

Konkreter Ablauf in unserer Praxis

Uns erreichen immer wieder Anfragen zum Ablauf des Eingriffes durch unsere Praxis, so dass wir Ihnen an dieser Stelle einen kleinen Einblick geben möchten:

Sollten Sie den Wunsch nach einer Sterilisation haben, bitten wir Sie, mittels unseres Kontakformulares einen Beratungstermin zu vereinbaren. Zu diesem Termin wird geklärt, ob eine OP durch uns möglich ist. Bei Vor-Operationen im OP-Bereich (Hoden/Leiste) oder nebenbefundlich erhobenen auffälligen Befunden (z.B. Hydrozele, Spermatozele, Leistenbruch)
müssen wir Sie für die OP an eine Klinik für Urologie verweisen, da somit das Operationsrisiko erhöht ist. Sollten keine auffälligen Befunde erhoben werden, erläutern wir Ihnen zu diesem Termin die Abläufe und informieren Sie ausführlich über die Kosten des Eingriffes.

Nach Entschluss zur Durchführung der OP wird in einem zweiten Termin eine ausführliche körperliche Untersuchung durchgeführt. Es erfolgen die OP-Aufklärung und Aushändigung aller Unterlagen für den Narkosearzt. Wir planen mit Ihnen den OP-Termin und bitten Sie weiterhin, sich am Tag vor der OP im Operationsgebiet zu rasieren.

Die ambulante Operation wird in einem angemieteten OP-Saal im Krankenhaus Wurzen ambulant durchgeführt. Wir haben uns aus gutem Grund gegen die Durchführung des Eingriffes in örtlicher Betäubung entschieden. Herr Dr. med. Olaf Gießner sorgt als Anästhesist für Ihren entspannten Schlaf während des Eingriffes (Allgemeinnarkose). Am Operationstag müssen Sie daher nüchtern im abulanten Zentrum des Krankenhauses Wurzen zur geplanten Zeit erscheinen.
Im Anschluß an die OP können Sie sich im ambulanten Zentrum des Krankenhauses ausschlafen und werden dabei durch unser Praxispersonal betreut und überwacht. Nach einer abschließenden Visite durch unsere Ärzte werden Sie einer Betreuungsperson übergeben. Aufgrund der Narkose können Sie selbst am OP-Tag nicht Auto fahren.
Am Folgetag nach der OP werden Sie früh zur Wundkontrolle in die Praxis einbestellt.

Nach ca. 8 Wochen ist die erste Ejakulatabgabe zur Erfolgskontrolle erforderlich, eine zweite erfolgt nach weiteren 6 Wochen. In Abhängigkeit des Befundes sind ggf. noch zusätzliche Kontrollen erforderlich.

Kosten

Die Kosten für die Vasektomie inklusive der Voruntersuchungen und der Nachkontrollen des Ejakulates belaufen sich auf ca. 500 €.

Für die Untersuchung der entnommenen Gewebestücke der Samenleiter kommen nochmals ca. 40 € vom ausführenden pathologischen Institut hinzu.

Die Vollnarkose ist eine anästhesiologische Leistung und wird daher nicht von uns, sondern dem Facharzt für Anästhesie in Rechnung gestellt. Eine grobe Schätzung der Anästhesiekosten liegt bei ca. 250€.

Gut überlegte Entscheidung

Die Vasektomie ist eine dauerhafte Verhütungsmethode. Eine Re-Fertilisation (also die Wiedervereinigung der Samenstränge) ist technisch prinzipiell möglich, jedoch kompliziert und ohne Garantie auf Erfolg. Daher sollten Sie sich vor dem Eingriff ausgiebig mit Ihrer Partnerin Gedanken machen, ob eine Sterilisation wirklich die richtige Verhütungsmethode ist.
Eine Vasektomie schützt auch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Wir würden uns freuen, Sie in unserer Praxis zur Vasektomie zu begrüßen. Über das Kontaktformular können Sie einen Beratungstermin vereinbaren!